Interkulturelle Öffnung der Verwaltung: Das tapfere Schneiderlein der Integrationspolitik

01.02.2013

Wäre es streng nach dem Titel „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung – Mehr als nur PR?“ gegangen, hätte die Tagung des DGB Bildungswerk am 10. Dezember 2012 schnell beendet werden können. Die Frage wurde bejaht, und dann wandten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Thema zu, wie interkulturelle Öffnung am besten umgesetzt werden kann.

Es dürfte nicht mehr allzu viele Kommunen und Kreise in Deutschland geben, die das Thema nicht in der einen oder anderen Form auf der Agenda haben. Wie unterschiedlich die Ansätze und auch der Stand der konkreten Umsetzung ist, zeigt zum Beispiel eine Handreichung des Bereich Migration & Qualifizierung (siehe Artikel "Interkulturelle Öffnung in Verwaltungen").

Ob das Anlanden des Themas im Mainstream schnell ging oder ob der Fortschritt auch hier eine Schnecke war, mag jede und jeder für sich beantworten. Erstmals diskutiert über eine interkulturelle Öffnung der Verwaltung wurde in der zweiten Hälfte der 1990er- Jahre in der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Die Tagungen liefen unter einem sperrigen Titel, der von den Beteiligten für den Alltagsgebrauch schnell in Behördentagung übersetzt wurde. Das DGB Bildungswerk nahm den Begriff und die dahinterstehende Idee auf: Seit dem Jahr 2003 finden regelmäßig Behördentagungen statt.

In diesem Jahrzehnt war von Tagung zu Tagung zu beobachten, wie zu den Aktivisten der ersten Stunde immer mehr hinzukamen. Die Motive sind eigentlich nahe liegend. Interkulturelle Öffnung der Verwaltungen ist so etwas wie das tapfere Schneiderlein der Integrationspolitik. Hier werden (wenigstens) sieben Anforderungen auf einen Streich erledigt: Widerspiegelung der Bevölkerungsstruktur in der Behördenstruktur, Nutzung brachliegender Potenziale, Beschäftigungsperspektiven für Zuwanderer, und so weiter.

Ein Podcast zu der Veranstaltung.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2013" entnommen.