Interkulturelle Öffnung in Verwaltungen: Handreichung informiert über die Praxis vor Ort

01.02.2013

Die badische Kleinstadt Waldkirch, der nordrheinwestfälische Kreis Lippe und die Stadt Kassel könnten als Beispiel für regionale und strukturelle Unterschiede und damit Vielfalt in Deutschland herangezogen werden. Sie haben aber auch Gemeinsamkeiten, die gleichermaßen typisch sind: ihre Stadt- bzw. Kreisbevölkerung wird bunter.

Dies auch in der Verwaltung zu berücksichtigen und diese interkulturell zu öffnen, hat sie im letzten Jahr in dem Projekt „Verwaltungen interkulturell stärken – Potenziale nutzen (veris)“ zusammengeführt.

Im Dezember 2012 ist im Rahmen des Projekts, das vom DGB Bildungswerk Bund durchgeführt wird, eine Handreichung erschienen, in der dargestellt wird, wie die interkulturelle Öffnung der Verwaltung jeweils konkret angegangen wird. Ergänzt wird das durch kurze Informationen über die strukturellen Rahmenbedingungen, in denen die Kommunen bzw. der Kreis agieren. Dazu kommen erste Erfahrungsberichte von Beteiligten.

Allen drei Projektbeteiligten ist gemeinsam, dass die interkulturelle Öffnung der Verwaltung keine isolierte Maßnahme ist, sondern sich in eine kontinuierliche Politik einbettet, die zum Teil sehr weit zurückreicht. So gab es in Kassel den ersten Ausländerbeirat in Hessen, der 2012 seinen 30. Geburtstag feierte. Die Stadt Waldkirch hat vor 25 Jahren eine Ausländerberatung im Rathaus eingerichtet, und zwar als Vollzeit-Stelle. Für eine Stadt mit 21.000 Einwohnern ist das eine durchaus bemerkenswerte Handlung, die übrigens nicht zuletzt auf aktives bürgerschaftliches Engagement zurückging.

In allen drei Teilprojekten gibt es Integrationskonzepte. In Kassel und im Kreis Lippe sind diese in ein Zukunftsprogramm integriert, das auch den demografischen Wandel einbezieht und im Übrigen als Chefsache oben angesiedelt ist.

In Kassel hat ein Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, im Kreis Lippe sind es 25 Prozent. Die Notwendigkeit, dieses Potenzial zu nutzen, liegt auf der Hand. Es geht aber nicht allein um Nützlichkeitserwägungen. Der Landrat des Kreises Lippe sieht es als „bürgerschaftliche Pflicht“, sich mit den Menschen, die kommen, „auseinanderzusetzen, ihre Kultur zu verstehen und auch zu respektieren“.

Die Handreichung „Interkulturelle Öffnung in Verwaltungen“

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2013" entnommen.