Fachkraft für kulturelle Vielfalt

12.02.2014

Die Bevölkerung in Deutschland ist vielfältig. So haben beispielsweise fast 20 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund. Grund genug für Verwaltungen und Unternehmen sich vielfältig aufzustellen. Um den Umgang mit kultureller Vielfalt produktiv zu gestalten benötigt es neben hilfreichen Strukturen Beschäftigte, die gut mit Vielfalt umgehen können. Doch in nur wenigen Organisationen gibt es Personal, das sich in dieser Thematik tief genug auskennt - wie etwa eine Fachkraft für kulturelle Vielfalt. 

Im Rahmen unser Projektes veris ist nun der erste Ausbildungsgang zur "Fachkraft für kulturelle Vielfalt" gestartet. Insgesamt elf Beschäftigte aus den drei veris-Verwaltungen Kassel, Waldkirch, Kreis Lippe und dem DGB Bildungswerk trafen sich Mitte Februar 2014 das erste Mal, um ihre Kenntnisse über kulturelle Vielfalt, interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Öffnungsprozesse zu erweitern.

"Unser Ziel ist es eine berufliche Zusatzausbildung zu schaffen, die ein echtes Plus ist für die Teilnehmenden, wenn sie im Betrieb aufsteigen wollen oder beispielsweise im Personal- oder Betriebsrat oder dem Integrationsbüro das Thema professionell bearbeiten wollen", erklärt Daniel Weber, Leiter des Interkulturellen Kompetenzzentrums im DGB Bildungswerk Bund als er erschöpft aber sichtlich zufrieden nach dem ersten Ausbildungsblock der insgesamt 12-tägigen Ausbildungsreihe zurück ins Büro kommt. 

Ihm ist es wichtig, das die Ausbildung an den Realitäten und der alltäglichen Praxis in der Teilnehmenden anknüpft. "Wir gehen Fragen an wie die Umsetzungsmöglichkeiten auf strukturelle Ebene - etwa danach, welche Strukturen Sinn machen, welche Qualifizierungen benötigt werden und welche persönlichen Kompetenzen hilfreich sind." Wenn die Ausbildung weiterhin das erfolgreich läuft, soll die Idee in Serienproduktion gehen: In Kooperation mit Prof. Gert Straßer, der die Entwicklung der Ausbildung konzeptionell begleitete, planen wir weitere Schritte. "Denkbar sind z.B. Zertifikatsstudiengänge mit der Möglichkeit auch ohne Abitur einen Bachelor oder Master in dem Bereich zu machen. Ich meine, in der Idee steckt Potential!", freut sich Daniel Weber.