Nach dem Integrationsgipfel: Die Tagung „Recht auf Bildung!“

03.12.2014

Am Montag, den 01.12.2014, fand im Kanzleramt der siebte Integrationsgipfel statt. Vertreter von Bund, Ländern, Gewerkschaften, Migrantenorganisationen und Wirtschaft haben sich dabei vorrangig der Frage gewidmet, wie die Ausbildungssituation von Jugendlichen aus Einwandererfamilien verbessert werden kann.  

Der aktuelle OECD-Migrationsausblick führt vor Augen, dass es hinsichtlich dieser Thematik durchaus weiterer Anstrengungen bedarf: Acht Prozent aller jungen Zuwanderer sind weder in Bildung oder Ausbildung, noch gehen sie einer Arbeit nach. Eine weitere alarmierende Zahl: Fast jeder dritte Migrant mit einem Studienabschluss ist in einem Bereich beschäftigt, für den er/sie überqualifiziert ist. Gleichzeitig suchen die deutschen Unternehmen händeringend nach geeigneten Fachkräften. ´

Um aus diesem Dilemma herauszufinden, forderte Bundeskanzlerin Merkel auf dem Gipfel, dass sich die Gesellschaft öffnen und auf allen Ebenen interkulturelle Öffnung vorantreiben müsse. Die anwesenden Bildungsexperten waren sich zudem darüber einig, dass es wichtig ist, möglichst früh, mit der Förderung zu beginnen – um die Chancen von Migranten auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt effektiv zu verbessern. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann forderte „eine bessere Berufsorientierung und umfassende Unterstützungsangebote“. Ein unmittelbares Ergebnis des Gipfels: 10.000 Jugendliche sollen eine „assistierte Ausbildung“ erhalten und während ihrer Lehre besonders intensiv betreut werden.

Im Rahmen des XENOS-Projekts "veris - Verwaltungen interkulturell stärken" werden bei der Tagung "Recht auf Bildung! Bildungseinrichtungen auf dem Weg zur Interkulturellen Öffnung" gute Beispiele vorgestellt, wie Interkulturelle Öffnung gelingen kann. Am 10. Dezember 2014 diskutieren im DGB Bildungswerk in Düsseldorf Vertreter_innen von Kommunen, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Interessierte, wie das Menschenrecht auf Bildung verwirklicht werden kann. Dabei wird u.a. „CHANCE HOCH 2“: Das Programm für Bildungsaufsteiger/-innen“ vorgestellt. Mit diesem Projekt der Universität Duisburg Essen werden erstmalig in Deutschland Jugendliche aus Nichtakademikerfamilien, mit und ohne Migrationshintergrund, ab der Klassenstufe 9 auf ihrem Bildungsweg zum Abitur gezielt unterstützt und begleitet. Weitere Einblicke wird es in das Projekt „Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ geben. Die Initiative wirbt unter Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte offensiv für den Lehrerberuf und fördert Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund. So will die Tagung einen Beitrag dazu leisten, dass die auf dem Integrationsgipfel besprochenen Themen nachhaltig verankert werden.  

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